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HTC MagicWenn Suchmaschinen-Gigant Google jetzt ein Handy anbietet, dann geht es mitnichten darum, jetzt auch noch Firmen wie Nokia den Kampf anzusagen. Das wäre vermutlich auch recht albern. Es geht um etwas anderes, um viel mehr – es geht im Kern um den Werbemarkt der Zukunft.
Den Testlauf hat das Telefon schon in den USA hinter sich. Dort kam das G1 im vergangenen Herbst unter der Ägide von T-Mobile auf den Markt, im Februar auch nach Deutschland. Jetzt ist der Nachfolger fertig und – viel ausgereifter, wie Google selber sagt. Unter dem Namen HTC Magic kommt das G2 exklusiv über Vodafone auf den Markt.

Was ist das Besondere an diesem Handy? Kurz gesagt: Das Betriebssystem. Es heißt "Android", und dieser Roboter tritt z. B. an gegen "Symbian", das Betriebssystem von Nokia, oder das verbreitete Windows Mobile. Und natürlich gegen die Platzhirsche iPhone und Blackberry. Unter der Leitung von Google haben an die 50 Firmen verschiedener Sparten daran gewerkelt, Netzbetreiber, Softwareentwickler, Elektronik-Hersteller… Im Zentrum steht natürlich nicht das Telefonieren sondern – wie zu erwarten war – das Internet im Taschenformat. Und alle Services, die sich davon jetzt oder künftig ableiten lassen.

Beispiel: Wo ist die nächste Tankstelle? Oder was ist das für ein Denkmal, vor dem ich stehe? Dank GPS-Empfänger sind solche Fragen rasch beantwortet. Im Urlaub den Heimatsender hören? Internet-Radio machts möglich. Spielen interaktiv Wege finden mit GoogleMaps, Videos gucken bei YouTube – kein Problem. Und noch viel mehr: Fremde Straßen und Plätze anschauen (StreetView) und vielleicht Infos über Produkte aus dem Supermarkt abrufen, indem einfach der Barcode gescannt wird… Klingt alles sehr nach Apples iPhone, aber das ist weder Zufall noch gewollt. Es zeigt vielmehr die Richtung: Internet überall, dank Datenturbo HSDPA, dem UMTS-Netz der dritten Generation. Oder WLAN, das ebenfalls mit an Bord ist.

Die Kamera mit 3,2 Megapixel gehört der Vollständigkeit halber dazu. Die flache Bauweise (nur 13 Millimeter dick bei 119 Gramm) mit den abgerundeten Ecken, HTC Magicdas kommt bekannt vor, ebenso wie die Bedienung: Auf dem berührungsempfindlichen Monitor (Touchscreen) lassen sich die Listen der Anwendungen mit dem Finger ziehen, die kleinen Symbole (z. B. Uhr) verschieben. Alternativ ist ein kleiner Trackball eingebaut, mit dem sich ebenfalls Listen rollen lassen.

Gretchenfrage: Was zeichnet dieses Telefon aus, was zum Beispiel das iPhone nicht kann? Antwort: Zunächst – nichts. Es steht mit dem anderen (für alle Programmierer offenen) Betriebssystem ein anderer Ansatz dahinter: Wie dieses Telefon funktioniert, darauf kann Google direkten Einfluss nehmen – genau abgestimmt auf die im Internet angebotenen Dienste. Ein Ziel ist das, was in der Werbewirtschaft als "Behavioral Targeting" – übersetzt etwa verhaltensabhängiges Zielen. Natürlich hinterlässt jeder Schritt im Internet Spuren. Und Handy-Internet hinterlässt ganz persönliche Spuren von den Inhalten, für die man sich interessiert. So kann die Werbung genau zielen. Wer zum Beispiel im Internet nach guten Restaurants Ausschau hält, könnte Werbung für teure Weine eingeblendet bekommen, wer sich im Garten-Forum tummelt, sieht dagegen Banner von Baumärkten.

Datenschutz? Heißes Thema – angeblich soll alles anonym bleiben. Aber sicher ist: Werbung ist der Preis der Internet-Welt mit ihren vielen schönen neuen Funktionen.

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