Samsung macht das, wovor sich die meisten anderen Hersteller leider zieren: Es bringt Dual-SIM-Handys auf den europäischen Markt. Mobiltelefone also, die zwei Karten verwalten können – auf zwei verschiedenen Nummern anrufen und angerufen werden können. Beispiel: Eine SIM-Karte dienstlich, die zweite privat. Oder eine zum Telefonieren und eine zum Surfen unterwegs…
Das BT5722 ist so ein Gerät – und hat auch ansonsten einiges zu bieten.
Ob in Europa, Asien oder Amerika – dank Quad-Band-Ausrüstung bucht sich das Gerät in die meisten Mobilfunknetze der Welt ein. Aber das wird wohl nur viel reisende Geschäftsleute wirklich interessieren. Schick ist das Touchscreen-Display, das mit einer Diagonalen von 2,8 Zoll (7,1 Zentimeter) ausreichend groß ist, um auch Internet-Inhalte darzustellen. Die Auflösung ist mit 320 mal 240 Pixel klassischer Standard und auch geeignet, um Videos anzuschauen.
Die E-Mail-Funktion ist inzwischen eine Standard-Aufgabe von phones: Unterwegs sehen, was los ist. Dazu braucht es natürlich eine Internet-Verbindung. UMTS oder gar HSDPA sind nicht zu finden – immerhin EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution), das dürfte für den einigermaßen flotten Abruf von Mails im Allgemeinen ausreichen. Der Mail-Client unterstützt übrigens sowohl POP3/SMTP-Postfächer als auch IMAP-Dienste.
Für Unterhaltung ist natürlich auch gesorgt: Ein MP3-Spieler, den man auch im Hintergrund laufen lassen kann, ist an Bord, ebenso ein UKW-Radio mit RDS-Funktion und Aufnahme-Möglichkeit. Wer die Musik nicht über das (mitgelieferte) Stereo-Headset hören möchte, kann sie per Bluetooth übertragen. Auch Daten und Bilder lassen sich auf diesem Wege problemlos austauschen – an ein anderes Handy schicken oder an den PC. WLAN fehlt.
Als Speicher dienen MicroSD-Karten, die bis zu 8 GB groß sein dürfen (aber nicht zum Lieferumfang gehören). Der eingebaute Speicher fasst nur 35 MB. 8 GB dürften im Normalfall auch genug sein für die Fotosammlung: Dieses Telefon bringt nämlich eine 3,2-Megapixel-Kamera mit und hat sogar eine Serienaufnahme-Funktion. Schön: Auch auf ein Fotolicht hat Samsung nicht verzichtet.
Erwähnenswert vollständig – wie so vieles bei dem koreanischen Hersteller – ist auch der Organizer. Kalender und Aufgabenliste, Memofunktion und Sprach-Memo, Rechner und Umrechner, Wecker und Alarm, Weltuhr, Timer, Stoppuhr – alles ist an Bord.
Und ebenso umfangreich ist der Lieferumfang, hier sollten sich Mitbewerber ruhig mal eine Scheibe abschneiden: Neben Handy, Akku, Ladekabel, Headset, Handbuch und Software gibt es auch ein Datenkabel und eine Tasche dazu. Wer letztere beiden zusätzlich kaufen müsste, wäre 40 bis 50 Euro mehr los.
Noch ein paar Zahlen. Das Gerät ist mit 104 Millimetern Länge und 14,4 Millimetern Dicke noch angenehm klein, 56 Millimeter Breite halten sich im Rahmen und 106 Gramm Gewicht sind für ein Touchscreen mit dieser Funktionsfülle prima. Der 1200 mAh-Akku soll im Standby-Betrieb 400 Stunden halten bzw. 4,5 Stunden Dauergespräch verkraften. Aber das reduziert sich natürlich mit Nutzung der Zusatzfunktionen, z. B. Bluetooth.
Fazit: Wer auf UMTS, WLAN und GPS verzichten kann, bekommt für aktuell 150 bis 180 Euro ein gut ausgestattetes Touchscreen-Smartphone, das etwas hat, was andere bekannte Hersteller schmerzlich vermissen lassen: Die Möglichkeit, zwei SIM-Karten gleichzeitig zu nutzen. Und das ist für einige eben wichtiger als eine Highspeed-Verbindung oder Navigation an Bord.







