Die Idee ist einfach und nicht neu: Video für die Hosentasche, allzeit bereit. Aber das jetzt bitte auch passend zum aktuellen Großbild-TV, in "HD". Vor etwa einem Jahr präsentierte Creatix die Bewegbild-Kamera Vado, jetzt wird die Vado erwachsen als "Vado HD" (High Definition = hohe Auflösung), was den Stand der HDMI-Technik repräsentiert.
Gerade machte sich die Creatix Vado HD als "Leserreporter-kamera" der BILD-Zeitung einen Namen. Aber was für Technik bringt der Video-Zwerg für derzeit 222 bis 229 Euro mit? HD, das sagt zunächst nur eins: Jedes Bild wird in 720 Zeilen aufgelöst (bzw. 1280 mal 720 Bildpunkte).
Video für die Hosentasche, von den Abmessungen und dem Gewicht passt das: Mit rund 100 Gramm kämpft die Vado HD in der Handy-Gewichtsklasse. Das Weitwinkel-Objektiv bietet ein zweifaches Digital-Zoom. Optisches Zoom oder Bild-Stabilisator gegen Verwackeln, im Fotobereich Standard, gibt es aber leider nicht.
Auf den internen Speicher von 8 Gigabyte passen bis zu zwei Stunden Video mit voller Auflösung, in der einfachen VGA-Größe (640 mal 480 Bildpunkte) sogar bis zu acht Stunden – bei immerhin 30 Bildern pro Sekunde. Allerdings sollte man sich dann gleich Ersatz-Akkus besorgen (was ohnehin immer ratsam ist!), da der austauschbare Litium-Ionen-Akku nach zwei Stunden Arbeit an die Ladestation muss.
Einschalten, Aufnahmeknopf drücken – einfacher kann das Erstellen von Videos nicht sein!
Und wie geht es danach weiter? Entweder über eine direkte Wiedergabe am HDMI-Fernseher, dazu ist ein HDMI-Kabel gleich mitgeliefert. Eine Betrachtung an älteren TV-Geräten mit Analog-Eingang (das bekannte Kabel mit dem gelben Stecker) ist genauso möglich (Klinken-Buchse). Oder das Video wird auf den Rechner gespielt. Dazu hat die Kamera einen USB-Stummel an Bord: einfach ausklappen und einstecken. Auf dem internen Speicher wartet dann ein kleines Programm ("Vado Central"), das sich auf dem Windows-Rechner installieret.
Damit lassen sich die Videos schneiden und, wenn gewünscht, auf die Video-Plattform Youtube oder Box.net ins Internet hochladen. So können auch Freunde die Filmchen von gemeinsamen letzten Urlaub per Internet abrufen.
Fotos fürs Album? Kann Vado Central auch aus dem Video herauslösen.
Auf Mac-Rechnern klappt die Wiedergabe mit dem Programm Quicktime, unter Windows mit dem MediaPlayer, wobei die Kamera die nötige Zusatzsoftware ("Video-Codec") an Bord hat.
Kurz zum Zubehör: Neben dem genannten HDMI-Kabel gibt es eine Verlängerung für den USB-Stummel und eine Silikonhülle. Ein Video-Kabel für die analoge Übertragung gibt’s leider aber nur als Sonderzubehör.
Fazit: Eine Pocket-Video- Kamera für "immer dabei", prima für alle, die HD für ihr großes neues TV-Gerät wollen, wenn auch nicht unbedingt in Spielfim-Qualität.
Allerdings: Ist der Speicher voll, muss per Kabel am PC "entladen" werden, ein Schacht für wechselbare SD-Karten wäre da sicher eine schöne Ergänzung gewesen.
Und: ein Tele lässt sich gerade dann vermissen, wenn z. B. auf einer Gartenparty die etwas weiter hinten stehenden Freunde gefilmt werden sollen.
Alternative: In der Preisklasse der Vado HD gibt es auch Foto-Digicams mit guter Videofunktion, die außerdem ein optisches Zoom und einen SD-Kartenschacht bieten – und einen Bildstabilisator. Aber die sind meistens ja auch ein wenig größer.







