Devolo hat einen Namen, wenn es darum geht, Datensignale übers Stromnetz zu leiten. Das ist seit längerem eine praktische Alternative zu WLAN für den Weg ins Internet – und funktioniert genauso, wenn es darum geht, das TV-Bild von der Sat-Schüssel ohne Kabelverlegung ins Wohnzimmer zu bekommen.
dLAN nennt sich diese Technik, abgekürzt von direct LAN. Also ein direktes lokales Netzwerk. Aber ohne Netzwerk-Kabel. Das Signal – hier also Bild und Ton von der Sat-Schüssel – wird umgesetzt und dann mit einer Frequenz zwischen 2 und 30 MHz auf die Leitung des 230-Votl-Stromnetzes aufmoduliert. An einer anderen Steckdose – auch 100 Meter entfernt – wandelt ein zweites Gerät dieses Signal wieder zurück und bringt es an den Empfänger.
Vorteil: Es müssen keine neuen Kabel verlegt werden. Und es gibt keine Probleme durch Wände, die ein Funksignal oft drastisch dämpfen. Nachteilig wirkt sich oft aber die Verwendung von Stromverteilern aus – und die Nähe zu elektrischen Geräten wie Kühlschränken kann das Signal auch stören.
Übrigens: Die Schaltung der beteiligten Steckdosen über verschiedene Phasen ist kein Problem!
Wie komme ich nun kabellos zum Sat-Programm? Ganz einfach, sagt Devolo: Das Kabel von der Sat-Antenne wird dort, wo es ankommt, mit dem Sat-Tuner verbunden und der mit einer Steckdose.
Im Wohnzimmer holt sich der Devolo-Receiver das Signal aus der Steckdose ab und leitet es ans TV-Gerät. Fertig. Fertig? Nicht ganz: Damit kein Nachbar Zugriff auf das Stromnetz-Signal hat, kann es natürlich verschlüsselt werden. Jedenfalls ermöglicht dieses Gerät natürlich auch schon den Empfang von hochauflösendem Sat-Fernsehen nach dem DVB-S2-Standard.
Das zur Technik, jetzt die speziellen Funktionen. TimeShift: Das Devolo-Gerät kann auf Knopfdruck die Wiedergabe im Hintergrund aufzeichnen und zeitversetzt wiedergeben. Sie verpassen also nichts, wenn Sie mitten im Monumentalfilm mal die Chips aus dem Keller holen müssen. Zum Beispiel.
Aufgezeichnet werden kann auch ein ganzer Spielfilm, und zwar zeitlich gesteuert: Sie wählen den Film aus der elektronischen Programmzeitschrift (EPG), und wenn er beginnt, nimmt der Receivern auf. Gespeichert wird das Ganze allerdings extern – auf einer USB-Festplatte, die Sie sich selber aussuchen (und kaufen) dürfen.
Zum guten Bild gehört guter Ton. Sie haben eine Stereoanlage mit optischen Dolby-Surround-Eingang? Prima. Der 1300-HD hat einen entsprechenden Ausgang für dieses Signal. Natürlich sind auch Chinch-Buchsen für das verbreitete analoge Signal vorhanden. Und außerdem gibts Anschlüsse für SCART (zweimal), S-Video, HDMI und Komponenten-Kabel (YPbPr).
Zu loben ist die seit 2002 agierende Firma übrigens mal wieder beim Lieferumfang. Wenn Sie heute irgendein TV-Gerät kaufen, können Sie froh sein, wenn noch ein billiges Koaxial-Kabel beigelegt ist. Devolo packt außerdem ein SCART-Kabel sowie ein HDMI-Kabel mit ein – und für die Fernbedienung Batterien. Außerdem verschiedene Software. So kann man gleich loslegen.
Der 1250 Gramm schwere Receiver ist 30 Zentimeter breit, 6,2 cm hoch und 18,5 cm tief. Entspricht in etwa anderen Sat-Receivern.
Nur beim Preis hängt die Latte deutlich höher. Um 390 Euro verlangen die meisten Händler. Nicht gerade wenig Geld. Es fragt sich nur, ob es im Zweifel nicht billiger ist, das Haus neu zu verkabeln…







