Siemens Gigaset SL37H- ein Drahtlos-Telefon mit Handy-Komfort
Warum kann ein drahtloses Festnetz-Telefon eigentlich nicht auch all die kleinen Kunststückchen, die man beim Handy so schätzt? Bluetooth zum Beispiel, den automatischen Adressen-Abgleich oder das Anzeigen von Bildern, die einem Anrufer zugeordnet sind… Es kann doch! Ein gutes Beispiel dafür jedenfalls ist das Siemens Gigaset SL37H.
Erster Eindruck: Äußerlich erinnert es noch ein klein wenig an die legendären Handys (z. B. M45), die Siemens vor dem tragischen Verkauf der Handysparte an BenQ gebaut hat. Aber das ist das Siemens-"Gesicht": Klar, funktional, geschmeidig. Und das SL37H steht mit einiger Eleganz auf seiner Ladestation. Das SL37H ist denn mit 94 Gramm auch einem Handy vergleichbar und nebenbei das kleinste und leichteste unter den Gigaset-Mobilteilen. Das Display (128 mal 128 Bildpunkte groß) zeigt bis zu 65000 Farben. Und Funktionen, die wir vom Handy gewohnt sind: Wahlwiederholung, Freisprechen, polyphone Klingeltöne, Terminerinnerungen, Anzeige von Anrufdauer, Ladezustand und Feldstärke, Datum und Uhrzeit im beleuchteten Display, Texteingabe-Hilfe… Und: Auch ein Vibrationsalarm fehlt nicht, das ist im Business-Bereich (Konferenzen) vorteilhaft.
Besonders erwähnenswert sind zwei Eigenschaften: Mit der Quicksync-Software von Siemens kann das Telefon sein Telefonbuch auf ein Handy übertragen oder von einem Handy oder auch PC beziehen. Das geschieht entweder über ein Datenkabel (USB-Anschluss), das leider nicht im Lieferumfang enthalten ist, oder drahtlos per Bluetooth (auch ein Bluetooth-Dongle für den PC ist Zubehör). So kann zum Beispiel ein Abgleich mit MS Outlook oder Windows-Adressbüchern vorgenommen werden (vCards). Das Adessbuch bietet übrigens pro Eintrag sieben Felder: Vorname, Nachname, drei Telefonnummern, Geburtstag und E-Mail-Adresse. Dabei fasst der Eintrag 250 Einträge. Über Bluetooth lässt sich natürlich auch ein drahtloses Headset anschließen – und es lassen sich auf diesem Weg nicht nur Bildschirmschoner laden – womit wir bei der zweiten Besonderheit sind, die Siemens Picture CLIP nennt. Auch das ist eine Funktion, die wir aus dem Mobilfunk schon länger kennen, bei Festnetz-Handys sind sie eher nicht sehr oft anzutreffen. Gemeint ist die Anzeige eines Fotos bei Rufeingang. So sieht man das Gesicht des Anrufers. Auch beim Versenden von Textnachrichten ist das Gigaset SL37H dabei. Bis zu 640 Zeichen darf eine SMS haben (abhängig vom Netzbetreiber), und auch der Versandt an eine E-Mail-Adresse ist auf diesem Wege möglich.
Energie sparen ist ebenso angesagt wie die Reduzierung von Sendestrahlung. So sendet das Gerät fast gar nicht mehr, wenn das Mobilteil in der Basisstation steht – macht Sinn. Und im Gesprächsbetrieb wird die Sendeleistung an den Bedarf angepasst und damit um bis zu 80 Prozent zurück gefahren. Bis zu sechs Mobilteile lassen sich an eine Basis anschließen. Reichweite in Räumen bis zu 50 Meter – wem das nicht reicht: Das Gerät lässt sich mit einem Repeater (Verstärker) koppeln.
Die Maße: Das Mobilteil ist 114 mm lang, 46,5 mm breit und 22,6 mm dick. Die Basis misst 132 mal 105 mal 38 mm.
Der Akku hält laut Siemens 14 Stunden im Dauergespräch durch oder bis zu 350 Stunden im Standby-Modus. An Farben ist nur eine verfügbar: schwarz. 119,99 Euro sieht Siemens als gerechtfertigten Preis an. Dafür gibt es zwar ein Drahtlos-Telefon mit allem Drum und Dran und charmant kleinem Mobilteil.
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gelesen: 961 · heute: 4 · zuletzt: 10. März 2010
